Recruitment in Thailand – was leistet der HR Manager?

Recruitment in Thailand: Was leistet der HR Manager?

Der HR Manager ist eine Schlüsselposition speziell für internationale Unternehmen, die in Thailand investieren. Er hat wichtige Aufgaben im Unternehmen, und doch ist Recruitment in Thailand nicht immer die Stärke des HR.

Viele Ausländer, die in Thailand investieren, sind sehr darauf bedacht, die Stelle des Geschäftsführers durch einen Landsmann zu besetzen. Das ist grundsätzlich, besonders in der Anfangszeit, auch richtig so. Die kulturelle Nähe des Verantwortlichen zum heimischen Management hilft beim Installieren reibungsloser Prozesse und guter Führungsstrukturen.

Allerdings: Personalführung ist für Ausländer gerade in Thailand von größter Bedeutung. Nur selten können diese sich, selbst wenn sie das selbst von sich glauben, in die thailändische Denkweise und Arbeitswelt hineinfinden. Hohe Fluktuation durch (auch versehentlich) vor den Kopf gestoßene Mitarbeiter, oder gnadenloses Ausnutzen der sozialen Grundeinstellung der deutschen Arbeitskultur, sind häufig die Folge.

Hier liegt nach Überzeugung von CREATING CAREERS die Hauptaufgabe des HR-Managers. Er „hält den Laden zusammen“, erklärt die manchmal ungewohnten Reaktionen und Eigenarten des ausländischen „Farang“-Managers und gleicht aus. Er erkennt auch, ob Mitarbeiter „Stories erzählen“, um Fehltage, Sonderurlaub oder Lohnvorauszahlungen zu erreichen, oder ob echte Ausnahmesituationen vorliegen.

Der HR-Manager soll die „Mutter der Kompanie“ im Haus und der „kulturelle Botschafter“ zwischen lokalen und ausländischen Kollegen sein. Er sorgt dafür, dass alles gerecht abläuft. Diese Stelle zu besetzen, gehört zu den ersten Maßnahmen jedes Investors oder Übernehmenden eines thailändischen Unternehmens.

Allerdings: Nur selten ist der HR-Manager zudem der richtige Verantwortungsträger für das Recruitment in Thailand. Es beginnt beim Rekrutierungsprozess. Nur selten hat der HR Manager Ausbildung, Erfahrung oder auch nur die Zeit, für eine Stellenausschreibung sorgfältige Suchkriterien zu erarbeiten, eine zielführende Vorauswahl zu treffen und qualifizierte Empfehlungen an das Management zu geben.

Die Prinzipien heißen eher „Try und Error“ oder „Hauptsache billig“. Die Jobs werden auf einer Plattform gepostet, die völlig unpassenden Bewerbungen (hoffentlich) aussortiert und dann die Lebensläufe der „Long List“ dem zuständigen Abteilungsleiter vorgestellt. Manchmal werden auch eine ganze Reihe von Recruitment Agenturen eingeschaltet, die nur dann und nur gering vergütet werden, wenn zufällig einer der Kandidaten aus den unkommentiert übersandten Lebensläufen ausgewählt wird.

Um es klarzustellen: Zu mehr also solch einer groben Sichtung haben weder der HR-Manager noch die auf eigenes Risiko arbeitende Personalagentur Zeit. Diese wiederum bezahlen nämlich ihre „Freelance“ Mitarbeiter nur dann, wenn gerade ein von einem solchen Telefon-Agenten identifizierter Kandidat vermittelt wird.

Akkordarbeit überall und Masse geht bei solchen Auswahlprozessen vor Klasse. Für Qualität gibt es keinen Anreiz. Und auch der thailändische Chef beschwert sich bei hoher Fluktuation selten über seine HR-Abteilung. Er nimmt Fluktuation aus Erfahrung als „gottgegeben“ hin. Fluktuation wird so oft als das geringere Übel gegenüber einem teuren, aber zu loyalen Mitarbeitern führenden Auswahlprozess einer qualifizierten Agentur angesehen.

Unser Rat für HR und Recruitment in Thailand: Besetzen Sie unbedingt gleich zu Beginn die Stelle des HR-Managers mit einer hervorragenden Person als Bindeglied zum ausländischen besetzten Management. Für das Recruitment hingegen treffen Sie eine Rahmenvereinbarung mit einer Personalagentur, die Ihnen zumindest ab der Supervisor-Ebene gut vorgeprüfte Kandidaten präsentiert. Und belasten Sie damit nicht das HR Management, wenn Sie es nicht überfordern wollen. Es zahlt sich aus.